Naturheilkunde und darüber hinaus 


Mein Vater ist Heilpraktiker und mein Großvater war Naturarzt. Familiäre Therapeuten gab es meiner Meinung nach genug und so zog es mich nach dem Abitur zunächst in eine ganz andere Richtung: Medien und Kunst. Im Teenageralter bekam ich ein Jobangebot als freier Redakteur von einer regionalen Zeitung. Ich hatte viel Freude dabei. Meine spätere Zeit in einer Kölner Soap-Operas-Firma ließ mich allerdings enttäuscht zurück. Bei meiner Neuausrichtung meines beruflichen Werdegangs half mir mein Zivildienst in einem Pflegeheim, der mich trotz anstrengender Arbeit stets beseelte.

Ich absolvierte eine dreijährige Ausbildung zum Heilpraktiker, arbeitete fünf Jahre in der Praxis meines Vaters und trat ein Krankenhauspraktikum an. Eingesetzt wurde ich auf den Stationen für Kardiologie, Innere Medizin, Intensiv und Dialyse.

Um der Kunst treu zu bleiben, machte ich eine Abendausbildung zum Theaterpädagogen und begann in meiner Freizeit, mit rebellierenden Teenagern zu arbeiten. Parallel dazu nahm ich eine Dozentenstelle an meiner ehemaligen Heilpraktikerschule an. Die Unterrichtsfächer: Infektionskrankheiten, Gesetzeskunde, Physiologie und Pathologie der Sinnesorgane Auge und Ohr.

In dieser turbulenten Zeit eröffnete ich 2006 meine eigene Naturheilpraxis in der Dortmunder Innenstadt. Schwerpunkt: Irisdiagnose und Chiropraktik. Ich war überzeugt, angekommen zu sein. Ein Irrglaube. Das Leben ist hartnäckig und weiß, wo es einen hinhaben möchte. 

Rückblickend wirkt alles ganz logisch. Bereits in meiner Jugend hatte mich das Mysterium „Mensch“ umgetrieben. Ich hatte mich schon früh mit der menschlichen Psyche im Allgemeinen sowie mit Emotionaler Intelligenz, NLP und positivem Denken im Speziellen beschäftigt. Ich hatte sämtliche Bücher über die Familienaufstellung nach Bert Hellinger verschlungen, die Bibel gelesen, den Koran gekauft und mich durch die fernöstlichen Glaubensrichtungen und die verschiedensten philosophischen Abhandlungen geackert. Doch Religion und Philosophie konnten meine Fragen nicht beantworten. Es gab meiner Meinung nach irgendetwas, das alles durchzog. Hinter allem schien ein großer, weiser Plan zu stehen.

Einige Jahre nach der Praxiseröffnung in Dortmund fiel mir ein Buch mit dem Titel „Die sieben Körper des Menschen” in die Hände. Es war versehentlich einer von mir aufgegebenen Bestellung im Internet beigelegt worden. Beim Lesen dieses Buchs begann sich etwas in mir zu verändern. Das Gefühl trat auf, dass meiner Praxis noch eine therapeutische Facette fehlen würde. Was da fehlte, fand ich anders als erwartet heraus: Zunächst in Form eines unfreiwilligen „Channelings“, in das ich während einer Gruppenmeditation mit Freunden „rutschte“. Mein Geist hatte sich plötzlich mit einer anderen Bewusstseinsebene verbunden und ich konnte erstaunlicherweise mir fremdes Wissen „abgreifen“. Kurz darauf fand ich im Praxisbriefkasten ein kleines Päckchen ohne Absender. Der Inhalt: ein Buch. Thema: Krankheiten aus theosophischer Sicht. Ich weiß bis heute nicht, wer mir das Buch geschickt hatte. Doch ich hatte endlich verstanden, was in meiner Arbeit noch fehlte!

Es folgte parallel zum Praxisbetrieb ein langer Ausbildungsweg: Channeling, Heilchanneling, Matrix-Arbeit, Clearing, Initiatorische Arbeit. Ich schulte mich in der Hellsicht, im Hellhören, im Hellfühlen und im Hellwissen. Auf dieser Entdeckungsreise begegneten mir zahlreiche Lehrer, Mentoren und Heiler und ich erlebte die verschiedensten Phänomene, die meine Sichtweise auf das menschliche Bewusstsein veränderten. Ein abenteuerlicher Lebensabschnitt wartete auf mich, den ich zusammen mit meinem Mann, Stefan Grüger, antrat, mit etlichen Reisen an spirituelle Orte weltweit.

Heute arbeite ich als Heilpraktiker und medialer Lehrer, gebe Seminare und schreibe. Das Wissen, das ich festhalte, ist für mich selbst gedacht, aber ich schicke es auch auf eine Reise namens „Buchmarkt“.

Warum ich das mache?

Weil es ein schönes Gefühl ist, zu teilen.